"Das Große ist nicht, dies oder das zu sein, sondern man selbst zu sein." Soren Kierkegaard

Was ist Hochsensibilität?

Die amerikanische Psychologin Elaine N. Aron definiert aufgrund ihrer Forschungsergebnisse Hochsensibiliät als ein angeborenes Persönlichkeitsmerkmal. Anders als bei normal sensiblen Menschen ist das Nervensystem besonders empfindsam und auch durchlässiger. Das Gehirn von Hochsensiblen empfängt dadurch viel mehr Informationen, sowohl aus dem eigenen Inneren (Gefühle, Körperwahrnehmungen, Gedanken), als auch aus der Umwelt (z.B. Geräusche, Gerüche, optische Eindrücke, Stimmungen anderer Menschen) und verarbeitet diese Sinneswahrnehmungen sehr ausführlich und detailliert.

Aufgrund dieser besonderen Eigenschaften des Nervensystems hochsensibler Menschen wird Hochsensibilität als Wahrnehmungsbegabung eingestuft und nicht als Störung oder Krankheit verstanden. Laut Aron sind 15 - 20 % aller Menschen hochsensibel. Davon gelten ca. 70 % eher als introvertiert und ca. 30 % als tendenziell extrovertiert.

Reizüberflutung

Hochsensible Menschen können viele angenehme Seiten ihrer Wesensart erleben, stehen aber auch vor besonderen Herausforderungen. So fühlen Sie sich zum Beispiel durch die Aufnahme von zu vielen Eindrücken, die intensiv verarbeitet werden, schnell überreizt und erschöpft. Von außen betrachtet scheinen sie daher weniger belastbar zu sein.

Wenn Hochsensible ihre Veranlagung nicht erkennen, sondern sich am Reiz- und Belastungsniveau von normal sensiblen Menschen orientieren, laufen sie Gefahr einen Zustand chronischer Übererregung zu entwickeln. Dadurch sind sie in hohem Maße anfällig für Stresserkrankungen, Depressionen oder Burnoutzustände.